Parodontologie
PAR Therapie / Zahnfleischbehandlung
Unter dem Oberbegriff Parodontologie fasst man ein Lehrgebiet zusammen, welches sich der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Zahnhalteapparates widmet ("Parodontose").
Gesundes Zahnfleisch hat eine hellrosa Farbe und geht an seinem Rand in die Zahnfleischtasche über, die von Flüssigkeit aus der Tiefe der Tasche und Speichel gespült wird. Diese Tasche ist bei einem gesunden Zahnhalteapparat ca. 0,5 - 1 mm tief, das entspricht bei Messung mit einer Sonde einer "Sondiertiefe" von ca. 1-2 mm.
Statistisch steht fest, dass nach dem 30. Lebensjahr mehr Zähne durch eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) verloren gehen, als durch Karies. Durch eine geeignete Vorsorgebehandlung kann das Risiko einer Erkrankung abgeschätzt und verhindert werden.
Die Hauptursache für die Parodontitis ist der Zahnbelag. Dieser Belag besteht aus Bakterien, die über dem Zahnfleisch, aber vor allem auch in den Zahnfleischtaschen liegen. Die Bakterien des Zahnbelages führen zu einer Entzündung des Zahnfleisches, weil sie verschiedene schädliche Stoffe produzieren. Deswegen schwillt das Zahnfleisch an und beginnt zu bluten. Es bilden sich vertiefte pathologische Zahnfleischtaschen aus, begleitet vom Abbau des Kieferknochens. Spätestens jetzt muss die Erkrankung erkannt und behandelt werden.
Läßt sich durch diese Maßnahmen keine Ausheilung des Gewebes erzielen oder sind durch fortgeschrittenen Knochenabbau die Zahnfleischtaschen tiefer, so ist eine weiterführende Behandlung notwendig, um den Knochenabbau, d.h. die Entzündung zu stoppen oder in fortgeschrittenen Fällen durch geeignete Massnahmen den Kochenverlust wieder neu aufzubauen. Viele Patienten haben Angst vor einer schmerzhaften und unangenehmen Operation. Doch auch ohne umfangreiche Operationen ist es heutzutage möglich, eine gründliche und schonende Säuberung der Zahnfleischtaschen zu erreichen, bei der die schädlichen Bakterien entfernt werden. Diese Behandlung erfolgt bei Bedarf unter lokaler Betäubung und wird sehr vorsichtig mit Handinstrumenten und Ultraschall-Geräten durchgeführt.
In einigen Fällen wird in unserer Praxis die Säuberung und Desinfektion der Zahnfleischtaschen durch einen Laser und Photodynamische Therapie unterstützt. Diese Methode ist besonders schonend und die Bakterien werden ohne Antibiose durch den Laserstrahl abgetötet.
Jene Bakterien, die für Parodontitis verantwortlich sind, brechen bei Fortbestehen der Erkrankung in die Blutbahn ein und gelangen so in alle Bereiche unseres Körpers.
Studien aus USA, Finnland und Großbritannien weisen nach, daß eine bestehende Parodontitis ein höheres Risiko darstellt Arteriosklerose, Herzinfarkt, Gehirnschlag oder Untergewichtige, zu früh geborene Babys zu bekommen als die bekannten Risikofaktoren wie Rauchen und erhöhte Cholesterinwerte.
Neue Studien, auch von Österreichischen Universitäten, beweisen, dass Minderdurchblutung des Herzens welche durch Verkalkungen der Herzkranzgefäße verursacht sind, sich nach erfolgreicher Parodontosebehandlung signifikant bessern.
Darüberhinaus spielen diese Bakterien auch eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Diabetes und asthmatischen Erkrankungen.
Gesund beginnt im Mund erhält offensichtlich eine neue Bedeutung.